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Modellflugversicherung für Quadrocopter

Modellflugversicherung QuadrocopterModellflieger bzw. Quadrocopter-Piloten fasziniert wohl vor allem die Freiheit, dem Himmel ganz nah zu sein. Bei dem Hobby werden die möglichen Risiken bewusst verdrängt, um den Spaß nicht zu gefährden. Ein Absturz kann allerdings schwere Folgen haben, beispielsweise bei einem Crash auf einer stark frequentierten Straße. Dadurch werden Eigentum und Leben anderer Menschen bedroht, im schlimmsten Fall realisiert sich die potentielle Gefahr auch. Der Schaden kann dann sehr hoch sein, insbesondere wenn Menschen verletzt oder gar durch das plötzliche Ereignis versterben. Statistiken über Unfälle, die durch ein Modellflugzeug verursacht worden sind, veranlassen jedoch sicherlich nicht zur Beunruhigung, werden Modellflieger doch eher selten damit konfrontiert.

Und plötzlich tritt der Versicherungsfall ein…

Die meisten Modellflugpiloten schließen ihre Quadrocopter Versicherung ab um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, nicht aber mit dem Bewusstsein darüber, dass eine solche Versicherung für Quadrocopter und Co. wirklich häufig zum tragen kommen kann. Es gibt vielerlei Gründe, weshalb der Flug mit einem Quadrocopter durchaus realistisch in einem Unglück enden kann:

  • die aerodynamischen Bedingungen lassen das Fluggerät abstürzen,
  • der Flieger ist während seines Ausflugs kurzzeitig abgelenkt,
  • die Verbindung zwischen Fernbedienung und Fluggerät wird unterbrochen,
  • durch klimatische Bedingungen, vor allem durch aufkommende Winde, lässt sich das Modell nicht mehr ordentlich steuern,
  • die Kontrolle ist aufgrund der weiten Entfernung nicht mehr uneingeschränkt möglich oder
  • die Materialien versagen wegen des Alters oder der mangelhaften Konstruktion.

Diese Aufzählung zeigt, dass die Ursachen für ein schädigendes Ereignis nicht kontrollierbar sein müssen. Daher ist eine Zusatzversicherung nicht nur dem gesetzgeberischen Interesse geschuldet. Vielmehr sollen durch den Versicherungsvertrag auch allgemeine Risiken des Flugleiters abgesichert werden.

Der Gesetzgeber macht eine Modellflugversicherung zur Pflicht

Der Gesetzgeber hat die potentielle Gefahrenlage nicht vernachlässigt und eine allgemeine Pflicht zum Abschluss einer speziellen Modellflugversicherung veranlasst.

Seit dem Jahr 2005 muss jeder Hobbyflieger oder gewerblicher Nutzer eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben, unabhängig von Maßen oder Gewicht des Quadrocopters.

Die Haftpflichtversicherung allein erteilt in der Regel ein Startverbot

Während Modellautos häufig unter den Versicherungsschutz von Haftpflichtversicherungen fallen, sieht es bei Modellflugzeugen schon ganz anders aus. In der Regel besteht keine Möglichkeit, das Fluggerät über die private Haftpflicht abzusichern. Einige Anbieter haben zwar auf die zunehmende Nutzung reagiert, ihre Konditionen sind allerdings nicht besonders attraktiv. Damit ist der Abschluss einer Quadrocopterversicherung regelmäßig die günstigere Alternative.

Die Spezialversicherung für Quadrocopterpiloten

Zu den bekanntesten Versicherern der Branche zählt sicherlich der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV). Dieser bietet für eine jährliche Mitgliedsgebühr in Höhe von derzeit 42 € eine kostengünstige Basisversicherung an. Mit einer Deckungssumme von 5 Millionen Euro besteht darüber hinaus ein beachtlicher Versicherungsschutz. Das Angebot gilt insbesondere für private Nutzer, wobei auch eine gewerbliche Verwendung versichert werden kann. Eingeschränkt wird das Basispaket allerdings dadurch, dass die Versicherung für Quadrocopter nicht für das Fliegen in Innenräumen sowie außerhalb von speziellen Modellflugplätzen gilt, falls es sich um ein Modellflugzeug mit einem Gewicht von mehr als einem Kilo handelt.

Das Alternativangebot anderer Verbände und Organisationen:

Jeder Versicherungsmarkt ist bei Versicherungsgebern ein von Konkurrenz geprägtes Umfeld. Die Versicherungslandschaft für Modellflieger kennt dementsprechend keine Ausnahme.Weitere organisierte Dienstleister für Modellflugversicherungen sind insbesondere:

  • das Drohnenflieger Netzwerk,
  • die Deutsche Modellsport Organisation,
  • der Deutsche Aero Club,
  • der Modellflugsportverband Deutschland sowie
  • das Drohnen-Forum.de.

Die Angebote unterscheiden sich zum Teil vor allem im Hinblick auf die Beitragshöhe der Mitglieder. Hierbei lohnt sich ein Vergleich, um unnötige Kosten zu vermeiden. Während exemplarisch der Jahresbeitrag bei der Deutschen Modellsport Organisation im privaten Bereich bei 40 € liegt, müssen Versicherungsnehmer des Drohnenflieger Netzwerks 158 € sowie zusätzlich eine Versicherungssteuer leisten. Jedoch wird durch die Versicherungspolice des Netzwerks auch eine höhere Deckungssumme gewährt.Differenziert werden auch die Beiträge für private sowie gewerbliche Flieger, so dass Berufsflieger in der Regel höhere Mitgliedsbeiträge bei den Versicherungsanbietern einkalkulieren sollten.

Darauf sollten Versicherungsnehmer im Vertrag der Modellflugversicherung achten

Neben der Deckungssumme, die mindestens bei 1,5 Millionen € liegen sollte, ist es ratsam, dass Flieger auf einige Bedingungen in dem Vertragswerk achten, um im schlimmsten Fall ausreichend vorgesorgt zu haben. Einige Anbieter unterscheiden bei den Versicherungsnehmern beispielsweise im Hinblick auf das Alter. Sowohl der Deutsche Aero Club als auch der Deutsche Modellflieger Verband haben spezielle Verträge für Jugendliche entwickelt. Bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres können sich Modellflieger kostenfrei versichern oder ihnen werden Preisnachlässe in erheblicher Höhe gewährt. Weiterhin ist bei jeder Modellflugversicherung speziell auf die Selbstbeteiligung zu achten. Diese beträgt in den meisten Fällen 150 €, so dass sie im verursachten Schadensfall vom Versicherungsnehmer zu leisten ist. Wer sein Modell nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland nutzen möchte, sollte auf entsprechenden Versicherungsschutz achten. Regulär bieten die Mehrheit der Versicherer einen europaweiten Schutz an. Teilweise erstreckt sich die Sicherheit auch auf die gesamte Welt, wobei amerikanische sowie kanadische Gebiete allermeist ausgeschlossen sind.